Wie bin ich eigentlich zum Bikepacking gekommen…? Es war definitiv nicht Liebe auf den ersten Blick.
Weiterlesen: Mein Weg zum BikepackingIch starte diesen Text mal mit meiner allerersten Tour, dem Main-Radweg von Frankfurt bis Würzburg. Den sind wir 2021 gefahren und ich fand’s aus mehreren Gründen komplett scheiße:
- Mein Fahrrad hat mir nicht gepasst
Ich bin ein Crossbike gefahren, gefühlt mit einem riesigen LKW-Lenker, Sattel in der falschen Höhe und Position, die Geometrie passte wahrscheinlich auch nicht zu meinem Körper… naja, ich hatte halt kein anderes Rad und das hat den Job erledigt. - Meine Hose hat gezwickt
Ich habe mir kurz vor der Tour eine Radhose gekauft. Ja, eine Radhose, keine Bib oder so. Auf jeden Fall habe ich hier auch Anfängerfehler Nummer 1 gemacht und meine Unnerhose drunter getragen, darüber hatte ich noch eine Shorts, weil mir die Hose zu blöd war. End vom Lied: es hat an allen Ecken und Enden gezwickt und mir tat am zweiten Tag der Hintern schon so weh, dass ich am liebsten abgebrochen hätte. - Die Unterkünfte waren der Horror
Wir haben in Ferienwohnungen übernachtet und wer deutsche Ferienwohnungen kennt, weiß, dass die nicht immer gemütlich oder schön sind. Wir haben so oft in Eiche Rustikal geschlafen, dass mich das nach wie vor graut, wenn ich durch Airbnb scrolle. - Wir hatten unterschiedliche Rad-Fitness-Level
Das hat dazu geführt, dass ich immer einen Kilometer hinterher gehechelt bin, während Chris vornweg geballert ist (ballern ist hier auch übertrieben, ich bin schließlich nur so… 10 km/h gefahren). Auf jeden Fall hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, ich müsse mich ranhalten und aufschließen, sodass ich die ganze Zeit komplett überpaced bin. - Ich habe mir das ganze komplett anders vorgestellt
Im Vorfeld haben wir ein paar Videos geschaut (ich glaube, um mich anzufixen und für die Tour zu begeistern), die mir ein komplett falsches Bild von Bikepacking vermittelt haben. Zumindest in diesem Moment. Wie schon gesagt, ich war nicht Fahrrad-Fit, mein Rad hat nicht gepasst, vielleicht war die Route auch nicht sooooo geil. Unterwegs kam das dann alles zusammen und ich habe mich am laufenden Band gefragt, was ich hier eigentlich gerade tue.
Dann kam ✨der Sommer 2024✨
Im Juni 2024 habe ich mir das Fußgelenk gebrochen und lag deswegen 3 Monate auf dem Sofa. Nicht der Einstieg, den man erwartet hätte, oder? Auf jeden Fall musste ich erstmal wieder laufen lernen und bis ich so weit war, dem Fuß wieder zu vertrauen, war die Trekking-Saison für mich vorbei. Hä? Trekking? Ja, ich war bis dahin eher eine Trekking-Maus, die sehr gerne sehr weit gelaufen ist und das über mehrere Tage.
Weil Laufen nach meinem Bruch eher schwierig war, ich jedoch Bewegungsdrang hatte und es obendrauf auch noch einen Todesfall in meiner Familie gab, der mich ziemlich mitgenommen hat, habe ich eine Möglichkeit gesucht, um den Körper in Schwung und den Kopf leer zu kriegen. Das war Radfahren. Ich habe mir nach der Main-Radweg-Tortour das Ziel gesetzt, mich im September 2024 jeden Tag einmal auf’s Rad (mittlerweile ein runtergereichtes Rennrad mit Gravelreifen von Chris) zu setzen und herauszufinden, ob mir Radfahren nicht vielleicht doch reingeht. Ende September habe ich mein Fahrrad und eine richtige Bib gekauft.
Maximale Selbstüberschätzung und ein bisschen Naivität
Nachdem ich nun also seit September Kilometer um Kilometer gefahren bin (selbst im Winter, meine nächste Anschaffung war eine Thermo-Bib), wurde mir Ende Dezember „Tree Peaks & In Between“ mit Jana Kesenheimer in den YouTube Algorithmus gespült. Wie Badass ist bitte erlaubt? Ich war angefixt. Ich wollte auch so cool wie Jana sein. Ich hatte plötzlich doch Bock auf Bikepacking. Und dann habe Bikepacking-Events gegoogelt und ich mich spontan zum Tuscany Trail angemeldet. Für mein Level fand ich das badass genug.
Als mir dann irgendwann einleuchtete, was ich mir da aufgehalst hatte, ging es noch tiefer ins Training, in das Rabbit-Hole Ausrüstung und irgendwann für eine Trainingstour nach Portugal, wo wir von Lissabon bis kurz vor Porto geradelt sind. Natürlich nicht im Ultra-Style, aber immerhin so, dass ich richtig Spaß an der Sache hatte und bitte ab da jeden Urlaub auf dem Rad verbringen wollte.
Den Tuscany Trail bin ich gefahren, hatte danach auch weiterhin Lust auf Radeln und so sind wir ein wenig später rund ums IJsselmeer gedüst, dann nochmal nach Portugal, um den Teil von Lissabon an die Algarve zu fahren, mehrere Overnighter im Sommer 2025 stehen auch im Buche und letztendlich habe ich mich für den Hackenpedder 2026 angemeldet.
Und das ist die Geschichte, wie ich zum Bikepacking kam.


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